Ahoi liebe Besucher! Waggle-Daggle schließt seine Pforten und beendet jede Labelaktivität zum Ende diesen Jahres. Herzlichen Dank für den Support und die gute Zeit. Anschließend erhaltet Ihr die Musik unserer Bands nicht mehr über unseren Vertrieb Broken Silence und somit im Handel, sondern direkt über die Bands bzw. den neuen Vertriebswegen, die sie sich gesucht haben.

Musiker, bitte sendet keine Demos mehr an Waggle-Daggle! Mit dem Ende des Labels brechen wir zu neuen Ufern auf und gehen anderen Abenteuern nach. Musikbusiness war dann gestern, so dass wir für Euch leider keine gewinnbringenden Ansprechpartner mehr sind.

Ab sofort ist das wunderbare neue Album “Bad Harvest” von Perry O’Parson erhältlich. Der Karlsruher Songwriter verkauft die CD im Eigenvertrieb über Bandcamp, wo es sowohl Digital Audio als auch eine gute alte Silberscheibe zu erwerben gibt. Als Hörprobe im Player gibt es den ersten Song “Glove”…

P.S.: Escapartist Records wurde bereits bis auf die Website komplett heruntergefahren. Bis Ende des Jahres findet Ihr die Musik noch bei Amazon und iTunes. Waggle-Daggle Musik gibt es derzeit noch bei Bandcamp, iTunes und Amazon, auch hier ist dann Ende des Jahres der Ofen aus.

Im März diesen Jahren gab es Waggle-Daggle Records bereits 9 Jahre als eingetragene Gesellschaft. Ende 2012 sind es insgesamt sogar 10 Jahre, die die Idee und das Label Waggle-Daggle präsent waren. Mich juckt es unter den Fingernägeln, andere Felder zu beackern und neue Wege zu gehen, daher schließe ich das Buch Waggle-Daggle nach einer Dekade.

Die Bands wissen schon Bescheid, sind alle gut drauf und stehen auf sicheren Beinen. Ich bedanke mich bei allen Supportern, den Medienvertretern der Presse, des Radios und natürlich bei allen Bands. Und ich bin nicht weg, momentan findet Ihr mich bei me&myfriends Promotion.

Waggle-Daggle Musik wird über meine Kanäle (Bandcamp, iTunes, Amazon etc.) noch bis Ende diesen Jahres verfügbar sein.

Zum neunjährigen haben die Bands und ich ein Interview gemacht, welches hier zu lesen ist…

Welche Erlebnisse im Musikbusiness sind Dir aus den vergangenen neun Jahren besonders gut im Kopf geblieben? (Marcel, Perry O’Parson)

Rückblickend sind das zum einen die Konzert- und DJ-Abende im Clubkeller aus unserer Anfangszeit in Frankfurt. Am liebsten denke ich jedoch an die Reisen, welche in Verbindung mit der Labelarbeit standen, diese waren stets mein großes Highlight. Zu erwähnen wären hier vor allem die spaßigen Messebesuche in Frankfurt (Musikmesse), Leipzig (Pop Up) und Erfurt (Verstärker) sowie die damit verbundenen Radiobesuche, Interviews und Treffen mit neuen und alten Kontakten.

Was denkst Du, was sich an der Führung eines Labels in den kommenden Jahren ändern wird? Trend zu DIY? Oder doch lieber professionelle Unterstützung durch ein Label? (Marcel, Perry O’Parson)

Die Frage ist ein Klassiker und kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Ich für meinen Teil mag die DIY Entwicklung, sie birgt allerdings auch die Gefahr, dass der Normalverbraucher viele gute Bands versäumt. Es ist schließlich recht zeitaufwändig, eigenständig Bands zu recherchieren und aus der unübersichtlichen Masse herauszufiltern. Die Arbeit eines Labels sehe ich vor allem in der Promotion und im Support einer Band. Dieses gereicht den Hörern am Ende als eine Art redaktionelle Auswahl aus einem Pool von Millionen von Bands zum Vorteil. Dass ein Label nicht immer alles veröffentlicht, sondern eine wohlüberlegte Auswahl trifft, hat schon seine Gründe.

Nichtsdestotrotz können und sollen Bands auf jeden Fall voll ausnutzen, dass sie so viele gute Selbstvermarktungstools zur Verfügung haben. Nur, der Name sagt es schon, das „Selbst“ erfordert Marketing. Das gehört nicht immer zu den Stärken von Jungs und Mädels, die einfach nur gerne Musik machen wollen.

Was bewegte Dich, Alben in einer Zeit zu veröffentlichen, in der niemand Alben kaufen möchte? (Lars, Major Parkinson)

Als ich mit Waggle-Daggle angefangen habe, waren CDs noch aktuell und Speicherplatz teuer. Nur wenige Nutzer hatten schon DSL und Audiodateien gab es meist nur in minderwertiger Qualität. Zu dieser Zeit war die CD für mich also einfach nur das Medium des optimalen Musiktransportes. Heute hingegen benötigen wir keine CDs mehr und ich hänge auch nicht sonderlich an ihnen. Allerdings hat sich meine Wahrnehmung des Mediums gewandelt. Während wir damals Plastikscheiben in Plastikhüllen als ausreichend empfanden, machen die Waggle-Daggle Bands heute nur noch anspruchsvolle Digipaks aus hochwertigem Karton, an denen Liebhaber und Sammler ihren Spaß haben.

Und wenn Du das Album in seiner Bedeutung als Konzeptalbum meinst, dann ist es tatsächlich so, dass ich es sehr mag, wenn Bands in der Lage sind über 12 Songs zu begeistern. Es ist keine Kunst, zwei Singles und viele Füllstücke auf CD zu bannen, wohl aber einen Spannungsbogen zu kreieren und in der Länge eines Albums eine ganze Geschichte zu erzählen.

Du bist auf einer einsamen Insel gestrandet, hast einen magischen MP3-Player dabei dessen Batterien nie leer gehen und Kopfhörer dazu. Leider jedoch nur Speicher für genau sieben Songs, welche sind das? (Lars, Major Parkinson)

Oh, das ist gemein. Ich habe einen ziemlich verqueren Musikgeschmack, deshalb ist die Entscheidung nicht ganz einfach. Was ich mit Waggle-Daggle oder Escapartist Records gemacht habe ist ja selbst nur ein kleines Stück in diesem Puzzle. Aber los geht es…

Röyksopp ft. Robyn – „The Girl And The Robot“
(laut hören! kickt mich jedesmal enorm!)
http://skreemr.com/trackInfo.jsp?id=1394920

Major Parkinson – „Heart Of Hickory“
(super um auf dem Sofa zu tanzen!)
http://waggledaggle.bandcamp.com/track/heart-of-hickory

Archive – „Fuck U & Pulse“
(OK, das sind zwei Songs, aber was soll ich auch denken wenn man mich auf einer einsamen Insel aussetzt?)
http://skreemr.com/trackInfo.jsp?id=27059076 (hier als Liveversion)
http://skreemr.com/trackInfo.jsp?id=16742603

Moby – „We Are All Made Of Stars“
(ich bin Moby Fan seit 1995)
http://skreemr.com/trackInfo.jsp?id=5239927

Felix Wickman – „Photogenique“
(ein Freund, ihr werde ich auf jeden Fall dabei haben)
http://waggledaggle.bandcamp.com/track/photogenique

Face No More – „Cuckoo For Caca“
(für den Moment wenn ich auf der Insel vollends durchdrehe)

Es ist unschwer zu erkennen, dass ich hier eine Reihe lebendiger und Dampf machender Songs ausgewählt habe. Ich mag melancholische Musik und Drama zwar ausgesprochen gerne, das schien mir jedoch auf einer ohnehin schon einsamen Insel nicht unbedingt die beste Wahl. Und falls Du Dich wunderst, warum ich die Waggle-Daggle Bands nicht alle dabei habe, dann liegt das nicht am Missfallen, sondern einfach daran, dass es zu viel Musik gibt und ich gleich mehrere magische Mp3-Player bräuchte.

Hast Du es in den vergangenen neun Jahren jemals bereut, mit dem Label angefangen zu haben? (Felix Wickman)

Ehrliche Antwort: Jein. Ich habe eine Menge Herz und Idealismus in meine Arbeit gesteckt und wann immer diese Energie eher erfolglos verpufft ist, kam in mir der Gedanke auf, dass ich ohne das Label weniger Stress und Sorgen hätte. Ich denke das Label brachte mir in etwa so viel Freude und Bereicherung, wie es am anderen Ende auch wieder genommen hat, das ist vielleicht ein fairer Deal (lacht).

Sind schwedische Musiker brillant? (Felix Wickman)

Ich fasse das als Scherzfrage auf. Schwedische Bands haben unbestritten einen Vorteil, sofern sie in englischer Sprache singen, da sie sich durch den geübten Umgang besser ausdrücken können und eine gute Betonung haben. Damit können sie sich dann auch besser im internationalen Markt behaupten. Zudem nehme ich auch an, dass die Bedingungen in Schweden und die doch eher karge Umgebung mehr junge Menschen zum Musizieren mit ernsthafter Absicht bewegen als es zum Beispiel bei uns der Fall ist.

Letztendlich hat die Erfahrung jedoch gezeigt, dass sich seit der andauernden Exportschwemme aus Schweden auch nur die besseren Bands im europäischen Markt behaupten können. Ausgewählt werden sie wie jede andere Band auch nach ihrem Talent beziehungsweise dem Können und ihrer Darbietung, nur eben mit dem kleinen Bonus aus Schweden zu kommen (lacht).

Wenn Du der kreative Kopf und wohlwollende Entscheider einer Band wärst, wie würde diese Zusammenstellung klingen? Und welche Menschen möchtest Du dabei haben? (Tobias, King Oliver’s Revolver)

Ich habe mich auch immer gefragt, in was für einer Band ich wohl spielen würde und welche Position ich selbst innehätte. Ich denke für mich käme nur der Platz der Frontfigur in Frage. Zu blöd, dass ich nicht singen kann. Meine Kombo würde vermutlich etwas abgefahren sein, oldschoolige Instrumente spielen und musikalische Türme aufschichten, die auf dem Gipfel explodieren und Scherben hinterlassen, die wir dann mit einer eingängigen Melodie auffegen. Meine Bandkollegen wären Freunde und Musiker mit denen die Arbeit Spaß macht. Kreative und schräge Köpfe mit denen ich in alten Gewändern neue Sachen probieren würde.

Unter welchen Bedingungen würdest Du den entusiastischen Rap-Saubermann Devastatin’ Dave unter Deine Fittiche nehmen? :-) (hier der Link: http://youtu.be/clg9AziTfI4) (Tobias, King Oliver’s Revolver)

Schwer zu sagen. Ich denke sobald er bereit wäre, sich an Mr T. Messen zu lassen – der ebenfalls „erzieherische Musik“ gemacht hat („Treat Your Mother Right“ Link: http://youtu.be/xhZRqPPTNjE). Ganz so wie es Vanilla Ice und Mc. Hammer in den 90ern erging (Link: http://youtu.be/noHDP8T3DXg). Die drei müssten dann allerdings zusichern, dass sie gemeinsam auf eine Welttournee durch die Klassen für Schwerhörige gehen würden.

Was steht bei Waggle-Daggle als nächstes an? (John, In-Flight Safety)

Lest dazu auf jeden Fall auch die News nach diesem Interview. Für mich geht es jetzt vor allem um eine ordentliche Abwicklung des Labels. Ich freue mich in jeden Fall auf die neuen Aufnahmen von Perry O’Parson, Major Parkinson und Felix Wickman.

Jüngst habe ich mich mit den motivierten Jungs von Dangereux Booking aus Freiburg zusammen getan um aus unserer Musikpromotion Agentur me&myfriends ein tüchtiges Dreigespann für Musiker aus dem Indie- und Elektrobereich zu machen. Davon können Labelbands ebenso wie externe Kunden profitieren.

Welche Bands spielen auf Deinem Traumkonzert? (John, In-Flight Safety)

Oha, diese Frage ist noch schwerer zu beantworten als die mit den sieben Songs für die einsame Insel. Ich muss gestehen, dass sich das von Jahr zu Jahr ändert und ich keine ewigen Favoriten habe. Ich brauche auch nicht die x-te Wiedervereinigung, die versucht an alte Erfolge anzuknüpfen. Aber lass mich mal die Frage beantworten…

Ich schauen mir kaum Festivals als, ich bevorzuge Clubkonzerte. Vor wenigen Wochen habe ich Anna Ternheim (Schweden) hier in Freiburg verpasst. Ein Jahr zuvor habe ich Dear Reader (Südafrika) verpasst, weil ich einen Tag zu spät aus dem Urlaub gekommen bin. Vor elf Jahren als ich die Chance hatte Alphaville zu sehen, habe ich sie verstreichen lassen. Schade drum, denn jetzt sind sie nur noch uninspiriert. Zu meinem Konzert kämen also schon mal diese drei (in ihren besten Tagen) und noch eine ganze Armee weiterer Bands: Aiua aus New Orleans – die Jungs sind auf meinem Sublabel Escapartist Records aber ich habe sie noch nie live gesehen, King Oliver’s Revolver – eine großartige Kombo mit viel zu wenigen Shows, Felix Wickman – eine super Liveband, die auf der Bühen noch über ihre Platten hinauswächst, Archive, Antony & The Johnsons, Leonard Cohen (habe ich leider verpasst als er noch etwas lebendiger war), Muse (da habe ich die Chance auch nie genutzt und nun sind sie mir zu groß für eine angenehme Konzertgröße), Nada Surf, Babylon Circus, The Walkabouts (oder sind die live langweilig?), Calexico, the early 70s Elton John, A Fine Frenzy, Cloroform (genial, wie sie miteinander „spielen“!), Sensefield (so sie noch existieren würden), I Am X, Deine eigene Bands natüelich, Kent (habe ich mir in Schweden nicht angesehen – zu teuer und groß), The Last Shadow Puppies, Micke From Sweden, Nightwish (fragt nicht!), Röyksopp, Fever Ray, Stars, These Monsters, Tina Dico, Ween. Und selbst das wären noch längst nicht alle.

NEWS

Perry O’Parson
Marcel, bekannt als Perry O’Parson hat das Booking für den Sommer abgeschlossen und ist jetzt erst mal richtig fett auf Tour. Hier sind die kompletten Tourdaten aufgelistet:

26.06.2012 – Landau // Kaffeehaus Akzent
28.06.2012 – München // Arts’n'Boards
29.06.2012 – München // Kyeso
30.06.2012 – Nürnberg // Weinerei
01.07.2012 – Würzburg // Wunschlos Glücklich
02.07.2012 – Bamberg // Live Club
03.07.2012 – Halle // Brohmers
04.07.2012 – Dresden // Veränderbar
05.07.2012 – Leipzig // Rumpelkammer
06.07.2012 – Berlin // Laika
07.07.2012 – Berlin // Cafe Blume
08.07.2012 – Berlin // White Trash
09.07.2012 – Kiel // Subrosa
10.07.2012 – Hamburg // Watergate
11.07.2012 – Hannover // Rocker
13.07.2012 – Meiningen // Kunsthaus
14.07.2012 – Darmstadt // Ponyhof
15.07.2012 – Heidelberg // ActionHouse
16.07.2012 – Reutlingen // Oscars Bar
17.07.2012 – Tübingen // Latour
18.07.2012 – Karlsruhe // Das Fest (Vor-Fest)

18.09.2012 – Mainz // Schon Schön w/ Kristofer Åström (SWE)
19.09.2012 – Bern (CH) // ISC w/ Kristofer Åström (SWE)
20.09.2012 – Stuttgart // Universum w/ Kristofer Åström (SWE)
21.09.2012 – Graz (AT) // Forum w/ Kristofer Åström (SWE)
22.09.2012 – Wien (AT) // Stadtsaal w/ Kristofer Åström (SWE)
23.09.2012 – Regensburg // Gloria w/ Kristofer Åström (SWE)

Major Parkinson
Die Norweger sind schwer mit den Arbeiten an ihrem dritten Studioalbum beschäftigt. Thematisch und musikalisch scheint das Werk noch tiefer in Abgründe zu driften als es bei den ersten beiden Platten bereits der Fall war. Das hört sich für mich sehr vielversprechend an. Es wird das erste Album mit dem neuen Gitarristen Steinar Hjelmbrekke sein (kam für Alf Borge) und auch die erste Produktion im bandeigenen Studio. Die Band hat ihre Schwerter gewetzt, die Sinne geschärft, und betont, dass es allen Grund gibt, im kommenden Jahr einen musikalischen Giganten von Major Parkinson zu erwarten.

Felix Wickman
Nach der dritten (oder war es bereits die vierte?) erfolgreichen Deutschlandtour zu den Platten „Dry Hands“ und „Whatever Her Sins“ hat die Band dieses Kapitel nun bei einem fantastischen Konzert im Debaser in Malmö (Schweden) abgeschlossen. Die nächste große Aufgabe wird das Schreiben neuer Songs und infolgedessen auch ein neues Album sein. Vor zwei Wochen konnte ich Felix und seine Mitstreiter für einige Konzerte während der Tour durch Deutschland begleiten und es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass unsere gemeinsame Arbeit langsam fruchtet. Im Schnitt waren die Shows sehr gut besucht und drei der Konzerte auch ausverkauft. In Zahlen heißt das für Freiburg zum Beispiel 100 zahlende Gäste, 120 Personen im Club.

King Oliver’s Revolver
Erst kürzlich hat die Band aus Stockholm einige Songs mit einem Streichquartett aufgenommen. Vielversprechend, zum jetzigen Zeitpunkt jedoch mehr als musikalische Skizze zu verstehen. Da Sänger und Multinstrumentalist Tobias momentan mit einer Art Sehnscheidenentzündung zu kämpfen hat, verweigert seine linke Hand derzeit leider den Job. Eine OP soll Besserung bringen.

In-Flight Safety
Die Kanadier sind im Studio und arbeiten an neuen Songs, die später in diesem Jahr veröffentlicht werden sollen. Unermüdlich teilen sie ihre Studioerlebnisse in regelmäßigen Updates auf Facebook und Youtube. Das Album wird größtenteils in Halifax, Nova Scotia, aufgenommen und später von Gus Van Go in New York gemixt. Van Go is unter anderem für seine Produktionen von The Stills, The Shakes und Low Level Flight bekannt.